Erste Givebox für die Stadt

Erste Givebox für die Stadt
Ein Projekt von 41352 – Einfach besser leben
Die Rheinische Post berichtet darüber:

Rheinische Post am 19.10.2012

Rheinische Post von RUTH WIEDNER - 19.10.2012

Kleinenbroich (RP)
Erste Givebox für die Stadt
Die Idee der Givebox fasziniert immer mehr Menschen. Beim Herbstfest soll ein Modell aufgestellt werden. In die Box können Bürger aussortierte Schätze legen – und finden.

Gestern wurde das kleine Holzhäuschen mit der eigenwilligen Bestimmung erstmals aufgestellt. Die Givebox ist überdacht, etwas größer als eine Telefonzelle und soll vielleicht schon ab November an der Bismarckstraße 21 eine Heimat finden. Für Kirsten Lübke (45) und Iris Flemmig (40) ist dann auch rasch klar: "Die Generalprobe ist gelungen. Nun brauchen wir nur noch das erforderliche Kleingeld, um die wetterfeste Box zu finanzieren." Das Material haben die beiden Frauen mit gut 300 Euro kalkuliert, der Aufbau selbst wird von Dachdecker Lutz Flemmig kostenfrei übernommen.

Die Idee hatte Kirsten Lübke: "Ich kenne dieses freiwillige Angebot aus Berlin und Düsseldorf. Ich bin überzeugt davon, dass sich das Projekt auch mit Erfolg in Kleinenbroich umsetzen lässt." Und damit sich die Kleinenbroicher auch vor Ort über diese neue Box informieren können, bittet die Initiative "41352 – Einfach besser leben" im Rahmen des Herbstfestes am Sonntag, 21. Oktober, von 12 bis 18 Uhr zum Bücherbasar und zur Kaffeetafel an die Bismarckstraße. Für die Kleinenbroicherin ist wichtig, dass sich die Nachbarn über den Kuchen-Kauf aktiv an der Finanzierung beteiligen: "Auf diese Weise wird es zu einem Gemeinschaftsprojekt und damit fühlt sich jeder verantwortlich."

Die neue Givebox ist vergleichbar mit dem öffentlichen Bücherschrank am Kirchplatz in Korschenbroich. Während dort nur ausgediente Bücher gefragt sind, bietet das schmucke Holzhäuschen als eine Art Geschenkestation Platz für vieles: Die alte Sammeltasse von Tante Anna, das Dartspiel des Großvaters oder die alte Lederjacke aus Jugendtagen nennt Kirsten Lübke als Beispiele. "Die Givebox ist der richtige Ort für alles, was für den Müll zu schade ist. Es geht uns um das Geben und Nehmen, um Müllvermeidung und Ressourcenschonung.

Und um das schöne Gefühl, einem Gegenstand ein neues Leben zu schenken", fasst die 45-Jährige die Philosophie der Box zusammen. Eine Konkurrenz zu den Altkleider-Containern der Wohlfahrtsverbände sehen die beiden Frauen nicht. Davon distanzieren sie sich: "Wir wollen eine Idee von Kleinenbroichern für Kleinenbroicher anstoßen, bei der nicht die Hilfsbedürftigkeit im Vordergrund steht."

Sollte etwas für die Givebox zu groß sein, kann es über ein Schwarzes Brett angeboten werden. Und noch eines: Müll hat in einer Givebox nichts verloren. "Der wird gnadenlos von uns aussortiert", sagt Kirsten Lübke, die von sechs weiteren Paten bei ihrer künftigen Aufgabe unterstützt wird.

Die Stadt hat auch schon ihre Zustimmung signalisiert: Ein Mitarbeiter war am Mittwoch vor Ort, um sich die Aktion erklären zu lassen.

Die Givebox beim Herbstfest Kleinenbroich

19.10.2012